Home
Tierkommunikation
Das Gespräch...
Hinter den Kulissen
Vorlaufzeiten
Feedback
Jetzt rede ich!
Hinter dem Regenbogen
Mein Weg
Gästebuch
Das...
Kontakt
Impressum


Was passiert eigentlich genau, wenn mit meinem Tier gesprochen wird? 
Merke ich das? 
Verhält sich mein Tier währenddessen anders? 
Wie geht derjenige überhaupt mit meinem Tier um? 
Was und wie wird gefragt? 
Wie kann ich mir den Ablauf vorstellen?

Hier möchte ich versuchen, Ihnen einen kleinen Einblick in meine Art der Gesprächsführung zu geben.

Als Wichtigstes empfinde ich persönlich es, mich auf den jeweiligen Charakter meines Gesprächspartners einzustellen. Es gibt Tiere, die gleich drauf los plappern und andere, die etwas schüchtern oder vielleicht sogar misstrauisch sind. Es ist wichtig, dass ich als Übersetzer diese Züge wahrnehme und sie während des Gespräches respektiere und achte. Nur so kann Ihr Tier jederzeit das Gefühl haben, dass ich mich wirklich auf es einlasse. Meiner Meinung schafft man nur so Vertrauen.

Es gibt in der Regel ein bestimmtes "Schema F" nach dem ich vorgehe und so habe ich es auch gelernt:

Zuerst einmal stelle ich mich dem Tier vor, wie ich heiße, warum ich es besuchen komme und frage dann, ob es bereit für diese Art von Kontakt ist. Hier gibt es bereits viele Möglichkeiten wie ein Tier antworten kann. Manche freuen sich, sind begeistert und ich fühle wie sie innerlich lachen und hüpfen. Andere sind eher neutral und gesetzt und antworten mit einem einfachen "Ja". Bei Tieren, die eine eher negative Vergangenheit hatten oder bei denen ein Gespräch geführt werden soll, weil es eine Verhaltensauffälligkeit gibt, kann es passieren, dass erst einmal gar nichts kommt. Egal, wie die erste Reaktion ausfällt: ich habe bereits einen ersten Eindruck von Ihrem Tier und kann dementsprechend darauf eingehen. Ich mache gerne zwischendurch auch mal ein Kompliment und gerade bei unsicheren Gesprächspartnern, kann das durchaus helfen, deren Herzen für eine offene und ehrliche Unterhaltung zu öffnen.

Als nächstes frage ich Ihr Tier, wie es ihm gerade geht. Das empfinde ich als höflich und respektvoll und damit als Grundvoraussetzung. Manchmal werden hier auch seitens des Tieres schon bestimmte Problematiken angesprochen. In diesen Fällen, entscheide ich dann mit meinem Bauchgefühl, ob es für das Tier wichtig und gut ist, diese Dinge direkt zu besprechen oder lieber erst auf ein neutrales Thema zu sprechen zu kommen.

Dann frage ich es nach seinem Wesen. Ich lasse Ihr Tier erzählen, was ihm einfällt. Auch hier gibt es wieder viele Unterschiede zwischen den einzelnen Charakteren. Manche erzählen seitenlang über sich, andere kommen von Hölzchen auf Stöckchen und berichten schon von anderen Dingen - meist ihren Menschen - und wieder andere sind ein wenig wortkarg. Anschließend erfrage ich seine Vorlieben und Abneigungen.

Diese Vorgehensweise hat mehrere Vorteile:

- Ihr Tier baut Vertrauen zu mir auf! Es erkennt, dass ich mich aufrichtig für es interessiere und mehr über es erfahren möchte.
Wichtig für mich ist, dass ich dem Tier genau den Raum lasse, den es persönlich braucht, um sich zu äußern. Manche sind sehr ausführlich, andere brauchen nur wenige Absätze. Aber es ist wichtig, dass ich es nicht unterbreche oder in seinem Bedürfnis zu sprechen eingrenze. 
Weiter ist es für mich wichtig, dass ich z.B. nicht direkt mit einer gewissen Problematik bei dem Tier ins Haus falle! Wenn es ganz dumm laufen würde, würde das Tier dann nämlich gar nichts mehr vermitteln - was ich absolut nachvollziehen könnte!

- Auf der anderen Seite ist bis zu diesem Teil ist so gut wie sicher gestellt, dass Sie Ihr Tier wiedererkennen konnten. Beim Lesen des Protokolls werden sie spüren, dass das wirklich Ihr Gefährte ist, der dort antwortet. Diese Dinge sind für Sie greifbar, weil Sie sie aus Ihrer eigenen Beobachtung und Erfahrung heraus beurteilen können. Kommen also im späteren Verlauf Ihre eigenen Fragen an das Tier, werden Sie dessen Antworten eher glauben oder nachvollziehen können, als wenn Sie sich nicht sicher sein können, dass es wirklich das Denken und Empfinden Ihres Tieres ist.

Als nächstes erfrage ich beim Tier, wie es die Beziehung zu Ihnen sieht. Das kann teilweise schon ganz schön tief gehen. Manche haben mir gesagt, dass das Tier sie wohl besser kennen würde, als sie sich selbst :-) Für Sie als Begleiter Ihres Tieres ist es sicherlich sehr interessant und bemerkenswert, wie Ihr Tier Sie wahrnimmt. Sie als Person und das Leben mit Ihnen bzw. in der Familie und ggfs. auch mit Ihren anderen Tieren. 
In der Regel gibt es auch immer mal wieder gute und sehr persönliche Tips seitens des Tieres, wie sein Mensch glücklich und zufrieden leben kann. Diese Ratschläge sind so wertvoll, dass ich immer wieder sagen kann, dass jedes Tier, jedes Gespräch auch mich lehrt und dafür bin ich sehr, sehr dankbar!

Anschließend stelle ich dem Tier Ihre eigenen Fragen und wenn ich intuitiv das Gefühl habe, dass Ihr Tier noch etwas Bestimmtes sagen möchte oder da "noch irgendwas ist", werde ich es auch danach fragen. Manchmal ergeben sich auch neue Fragen aus dem Gesprächsverlauf, die ich dann mit aufnehme.

Geht es hier zum Beispiel um eine Verhaltensauffälligkeit versuche ich behutsam zu erfragen, wie sich das Tier in den jeweiligen Situationen fühlt, welche Bedürfnisse es hat und was ihm dabei helfen würde. Auch hier gibt es wieder große Unterschiede: manche Tiere möchten gerne auf etwas aufmerksam machen, andere machen es aus alten Mustern heraus. Und wieder ist es wieder immens wichtig, sich auf das Tier einzustellen! Einem Tier, das total überzeugt von sich ist, muss man andere Dinge sagen, als einem Tier, das wirklich ein grundlegendes Problem hat. Die Kompromissfindung ist auch für mich immer eine große Herausforderung. Es gilt abzuwägen, ob die Wünsche die ein Tier hat für den Menschen auch erfüllbar sind und ihm das dann auch verständnisvoll zu vermitteln. Es kommt zwar selten vor, aber manchmal spreche ich einem Tier auch ins Gewissen - insofern, dass ich ihm hier vermittle, wie sein Mensch sich mit seinem Verhalten fühlt. Wenn ein Tier auf "stur" schaltet, dann hilft das dann doch wieder sehr oft. Denn Ihren Menschen unglücklich zu wissen, ist für sie dann doch nicht schön.

Bei gesundheitlichen Aspekten frage ich das Tier erst einmal selbst nach seinen Beschwerden. Danach bitte ich das Tier, mich selbst einfühlen zu lassen. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen "spuky" für Sie, aber ich schlüpfe quasi mental in den Körper Ihres Tieres und versuche Schmerzen oder Unbefindlichkeiten zu erfassen. Hier muss ich Ihnen aber auch sagen, dass ich hier auf Ihr Tier angewiesen bin. Wenn es nicht möchte, dass eine bestimmte Krankheit erkannt wird, wird es sie mich nicht fühlen lassen! Anschließend frage ich das Tier, ob es mir sagen kann, was ihm helfen könnte. Gerade bei diesen Themen ist es natürlich wichtig, dass Sie diese Dinge mit Tierärzten, Tierheilpraktikern, Physiotherapeuten, etc. abklären! Ich frage das Tier, nehme seine Antworten auf - aber es kann immer auch eine Fehlwahrnehmung vorkommen!

Kurz vor Ende des Gespräches frage ich das Tier nach seinen Wünschen. Auch hier gibt es wieder diverse Unterschiede. Manche Tiere - gerade die, mit einer negativen Vergangenheit - wünschen sich so bescheidene Dinge, wie geliebt, gesehen und angenommen zu werden. Andere, bei denen es keine großen Probleme im Zusammenleben gibt, nutzen diese Chance auch gerne mal so richtig. Gerade in den Seminaren lachen wir oft darüber, dass man jetzt als geschlossene Gruppe zum nächsten Tierbedarfshandel fahren darf - vielleicht bekommt man ja Mengenrabatt :-) 

Wenn ich das Gefühl habe, dass bei Ihrem Tier nun nichts mehr geklärt werden muss und alle Fragen gegenseitig gestellt wurden, frage ich es noch nach einer ganz persönlichen Botschaft für Sie. Dabei wendet sich Ihr Tier mit seinen Worten direkt an Sie.

Dann sind wir fertig. Ich bedanke mich bei Ihrem Tier, dass es sich mir geöffnet hat und mache ihm gerne noch ein Kompliment ganz auf seine eigenen Besonderheiten bezogen. Ich verabschiede mich und wünsche ihm quasi "alles Gute".

Zum Abschluss schreibe ich Ihnen dann noch mein persönliches Fazit zu dem Gespräch auf. Dinge, die mir aufgefallen sind, manchmal auch kleine Tips, meine eigenen Empfindungen während des Gespräches oder auch Unsicherheiten, die ich währenddessen hatte.

Fertig.

Im Grunde führe ich ein wirkliches Gespräch. Das heißt, dass ich keine journalistischen Interviews mit den Tieren führe! Es ist kein Frage-Antwort-Spiel! Auch das wäre für mich das Gegenteil von respektvoll, achtsam und vertrauensfördernd. Zwischendrin gehe ich immer mal wieder auf die von Ihrem Tier geäußerten Dinge ein, greife sie auf, gebe einen kleinen Kommentar dazu ab oder frage noch einmal genauer nach. Gerne scherze ich auch mit einem Tier, wenn es ganz besonders lustig ist. Manchmal hat auch das Tier Fragen, die ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten und ihm ein bisschen "die Welt zu erklären". Es soll für beide Seiten "rund" sein und sich gut anfühlen! Das öffnet Herzen und somit lassen mich die Tiere auch vielleicht ein bisschen tiefer in ihre Seele schauen :-)

Noch kurz zu der Frage, ob Sie es Ihrem Tier anmerken, dass gerade mit ihm kommuniziert wird: ich habe schon oft gehört, dass die Tiere währenddessen konzentriert wirkten. Ich sage Ihnen vorher nicht explizit, wann ich das Gespräch führe - das mache ich in der Regel spontan und möchte es nicht planen. Aber oft werde ich im Nachhinein gefragt, wann das Gespräch stattgefunden hat, weil sich das Tier irgendwie ruhiger verhalten hat, näher bei seinem Menschen war, bzw. weil es vielleicht im Anschluss schon "Besserungen" gab.

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit etwas besser erklären konnte, wie ich in den Gesprächen vorgehe. Ich denke, dass auch der Mensch ein gewisses Vertrauen aufbauen muss - immerhin legt man sein Tier in völlig fremde Hände. Meiner Ansicht nach ist das nichts anderes wie bei einem Tierarzt, einem Bereiter, einem Hundetrainer oder anderen Personen, denen man sein Tier anvertraut. Man möchte wissen, was passiert und wie mit dem eigenen Tier umgegangen wird. So mache ich es :-)