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Hier möchte ich einmal an einem konkreten und eher kurzen Beispiel verdeutlichen, wie schwierig und komplex sich die Suche nach einem vermissten Tier gestalten kann.

In diesem Fall geht es um eine Katze, mit der ich ca. 2 Wochen zuvor ein Gespräch geführt habe. Auch wenn ich keine innige Bindung zu den Tieren aufbaue - wenn ich mit ihnen kommuniziere, liegen sie mir doch ein ganzes Stück weit am Herzen. Das macht die Suche noch einmal schwieriger. Denn zu dem Druck, den man sich sowieso schon macht (hier „darf“ man einfach nicht falsch liegen. Man „muss“ das Tier finden.), kommen die persönlichen Sorgen hinzu. Das führt dazu, dass man sich unsicherer fühlt und nicht unbefangen kommunizieren kann.

Die Namen der Tiere und Besitzer habe ich aus Datenschutzgründen geändert – das Einverständnis für die Veröffentlichung aber selbstverständlich eingeholt. 

Nennen wir sie also Katze Sina, Kater Max und die Besitzer Susanne und Daniel.

Sina verschwand am Abend des 7. Februar 2012. Spät abends wollte sie noch einmal raus und kam nicht mehr zurück. Susanne machte sich sehr große Sorgen. Einerseits waren es zu dieser Zeit nachts um die ca. -12 Grad Celsius und andererseits hatte Sina das noch nie gemacht.

Am nächsten Morgen las ich Susannes Email und war geschockt. Ich versuchte hineinzufühlen und anhand einer speziellen Vorgehensweise auszutesten, ob Sina noch lebt. Ich bekam widersprüchliche Angaben, „fühlte“ aber eigentlich nichts Schlimmes. Auch hatte ich das Gefühl, dass sie nicht sehr weit gelaufen war und sich vermutlich in der Nähe aufhält. Ich versuchte Sina zu vermitteln, dass Susanne und der Rest der Familie sich sehr sorgten und bat sie, sich bei ihnen zu zeigen, falls ihr das möglich sei. 

Susanne und ich blieben in Email-Kontakt, auch wenn ich nicht ständig erreichbar war bzw. nach Sina schauen konnte. Um die Mittagszeit kam Susanne auf die Idee, ob wir nicht auch ihren Kater Max fragen könnten. Auch er lebt in der Familie und auch mit ihm hatte ich schon kommuniziert. 

Hier meine Emails an Susanne und Daniel: 
12.16 Uhr
So, ich habe es jetzt nochmal versucht.

von Max kam "Loch" und "Ton" - wobei ich Ton so interpretieren würde wie Keramik. Habe dann auch diese bräunliche Farbe in dem Zusammenhang gesehen.
dann hatte ich ganz kurz eine kleine asphaltierte Straße, wo auf der rechten Seite ein Bürgersteig und Häuser sind. Evtl. ein gelbes oder rotes Auto? (Käfer?)

ich hab es dann nochmal mit Sina versucht.
Gibt es bei Euch in der Gegend so etwas wie ein altes, leerstehendes Haus? Außen weiß (dreckig), dunkles Dach. Es könnte auch eine Art alte Schule oder alte Kaserne sein.
Ich hatte ein verwuchertes Grundstück mit viel Unkraut bzw. Wildwuchs. Und einen kleinen aufgeschütteten Erdhaufen dort.
dann hatte ich noch "offene Wasserleitung" - war mir hier aber super unsicher!!!
Dieses Grundstück scheint etwas abseits von anderen zu liegen. Es scheint dort sehr ruhig zu sein und ich hatte auch das Gefühl, dass Sina keine Geräusche von Menschen oder Autos hört.
Dann hatte ich noch eine Art großes Gewächshaus - wie eine alte, verlassene Gärtnerei und irgendwas Grünes dort drin. (Plastik oder so).
ABER: so etwas hatte ich vor zwei Jahren mal und es kann sein, dass ich hier selbst gedacht habe. Wie gesagt, bei vermissten Tieren ist es wirklich super schwierig!
ABER II: es könnte zu dem "Ton" passen??? Ist mir gerade so aufgefallen...
Ganz am Schluss hatte ich noch einen Feldweg wo ein "Anlieger frei" Schild am Anfang steht.
Gibt es davon irgendwas bei Euch??? Wie gesagt, ich habe nicht das Gefühl, dass sie super weit gelaufen ist!

14.12 Uhr
Hallo Daniel,
ich habe das Gefühl, dass sie nach draußen schauen kann - also wirklich nicht irgendwie in einem Keller oder so ist. Aber ich empfinde es eher als "schattig".
Aber unsicher bin ich mir nach wie vor. Wenn ich um vier zuhause bin hoffe ich dass ich mehr Ruhe habe.
Ich habe Sina vermittelt, dass sie ganz laut rufen soll, wenn sie Susanne irgendwie wahrnimmt oder hört. Aber hier hatte ich auch das Gefühl, dass sie sowieso ruft und evtl. sogar schon ein bisschen heiser ist.
Gib mir mal bitte noch Eure genaue Adresse. Ich arbeite auch immer mit Google Earth - vielleicht komme ich ihr so näher.
liebe Grüße
Tanja

Als ich dann letztendlich um 16.00 Uhr genügend Zeit und Ruhe hatte und es versuchen wollte, sah ich die erlösende Email von Susanne:

„...Ich hab sie gefunden: sie ist unversehrt, hatte auf mein Rufen geantwortet. Sie war auf dem Nachbarsgrundstück!!!...“

Ich war überglücklich und freute mich sehr! Susanne schickte mir ein Feedback und eine Art Lageplan von der Umgebung mit von ihr eingezeichneten Standpunkten. 


Liebe Tanja,

sodele, nun wollte ich Dir aber unbedingt mal ein "Feedback" geben!! Deine Wahrnehmungen gestern waren nämlich absolut perfekt!! Schwierig war für mich eben nur, dass ich 1. so furchtbar aufgeregt war und 2. nicht immer die richtigen Bilder/Interpretationen im Kopf hatte. Ich hab Dir mal ein Bild eingescannt.

1 = Dort steht jetzt unser Haus

2 = Das ist der Nachbars-Carport, wo Sina schlussendlich war.

So, jetzt fasse ich noch mal Deine Angaben zusammen mit einer Gegenüberstellung, wie ich es vorgefunden habe:

Max‘ Aussage: Ton und Loch  = Ton waren die Dachziegel des Carports / das Loch war die "Mulde", denn das Carport-Dach ist begehbar (wie eine zusätzliche Dachterrasse quasi, auch wenn selten jemand dort ist)

kleine Straße, rechts Häuer, Anliegerstraße = habe ich rosa eingezeichnet! Ist eine Sackgasse.
(während ich Kontakt aufnahm, zeigte sich dieser Weg. Erst kam für einen Sekundenbruchteil das Sackgassenschild, anschließend das „Anlieger frei“-Schild, welches ich dann auch in der Email an Susanne erwähnt habe. Da Letzteres sehr viel präsenter war, habe ich mich selbst zensiert und das andere Schild nicht erwähnt! Fehler!)

rotes Auto (Käfer?) = entpuppte sich als ein roter VW (Golf), der ohne Kennzeichen dort abgestellt ist (wohl das "Bastelauto" des Nachbarssohnes)

verwahrlostes Grundstück mit Unkraut oder Wildwuchs und einem kleinen Erdhaufen = Das ist die gelb markierte Wildwiese, wo am Anfang das rote Auto steht!! Es gibt sogar den Erdhaufen, es ist eine Aufschüttung von Gartenabfällen der Nachbarn dort auf der Wiese!

Der Platz ist definitiv so ruhig, dass dort so gut wie keine Autogeräusche oder Menschen zu hören sind (zumindest um die Tageszeit)

Das leerstehende alte Gebäude (Du vermutetest eine alte Schule oder Kaserne) ist das alte Gebäude der Golfplatzbewirtschaftung!! Es war früher ein Kuhstall, beherbergt jetzt die Werkstatt und ist Unterstellplatz für die Golf-Cars.

Offene Wasserleitung = Das könnte entweder der kleine Pool der anderen Nachbarn sein, den Sina von ihrem Platz aus sehen konnte oder aber unser Bachlauf im Garten

Ich schreib Dir das jetzt so ausführlich, damit Du siehst, wie richtig Du gelegen hast!!! Das Schwierige an der Sache war für mich einfach, dass ich bei den einzelnen Begriffen bestimmte Dinge vor Augen hatte, die ich selbst zu sehr eingegrenzt habe. z.B. Ton (ich hab in erster Linie nach Blumentöpfen geschaut).
(und genau so, habe auch ich es gedacht! Nicht gesehen, aber interpretiert! Fehler!)

Loch = da dachte ich an ein Loch im Boden.
(genau wie ich! Ich habe es nicht gesehen, sondern interpretiert. Fehler!)

Altes Haus = da dachte ich an das verwahrloste Grundstück etwas abseits, wo eine abbruchreife Datscha steht und dort sind auch tiefe Bodenlöcher (da hat Max früher mal rumgestromert).

Wichtig war für mich immer, dass Du sagtest: ganz in der Nähe! Und Max, der ständig auf diese gelb markierte Wiese drängte und auch das Grundstück der Nachbarn betrat.
  

Auch mein Gefühl, dass sie vielleicht irgendwo fest hängt und sich nicht befreien kann, war falsch!
Bei meinem ersten Versuch morgens, bekam ich eine Hecke, Büsche, Bäume oder evtl. einen Zaun.
Also dachte ich, Sina würde dort festhängen. Warum? Na weil sie doch ganz sicher freiweillig wieder zurückgehen würde, wenn sie könnte... Oder? 
Fakt war, dass vor dem Carport (mit rot-braunen Dachziegeln) eine Hecke mit Lebensbäumen steht und Sichtwände mit großen Löchern, die einem Zaun ähneln... 

Sie sehen also, dass viele der Mitteilungen richtig angekommen sind!
Dann gibt es aber mehrere „Fallen“:
Chronologie:
Man weiß nicht, ob das Tier diese Stationen auf seinem bisherigen Weg nur passiert hat oder ob alles an einem Ort ist und das Tier sich auch genau jetzt und genau dort gerade aufhält.
Interpretationen:
Man bekommt ein Wort oder ein Bild. Das sind oft nur Sekundenbruchteile. Dann objektiv zu bleiben und nicht „selbst“ weiter zu denken, ist in diesen Fällen sehr schwierig. Weil man selbst „Angst“ hat und nur alles Mögliche versucht. Also denken wir bei "Loch" an ein Loch im Boden, weil es wohl das Naheliegenste ist...
Fehlwahrnehmungen:
Auch diese schleichen sich dann ein, wenn man „selbst“ denkt. Wie z.B. das Gewächshaus, die von mir vermutete heisere Stimme oder das anfängliche „festsitzen“.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum ich nicht einfach die falschen Dinge heraus gelöscht habe. Aber hier geht es nicht um mich und darum ob ich das ganz toll kann oder nicht. Ich möchte nichts beschönigen, sondern Ihnen ein reales, anschauliches und ehrliches Beispiel aufzeigen, das diese Arbeit erklärt! Und das beinhaltet eben auch Fehler und Unsicherheiten meinerseits!  

Ich hoffe, dass ich Ihnen hier einmal verdeutlichen konnte, wie schwierig und teilweise auch frustrierend die Suche nach einem vermissten Tier sein kann! Wie eng Besitzer und Kommunikator zusammenarbeiten müssen und wie Ersterer manchmal auch "um die Ecke" denken muss - denn nur er ist vor Ort. Sie können sich bestimmt vorstellen, dass diese Arbeit für beide Seiten sehr kräftezehrend ist. Bei Sina hatten wir alle Glück, es ging sehr schnell und sie war unversehrt. Aber leider gibt es zu viele Tiere, die nicht wieder gefunden werden...

                                                ***

In diesem speziellen Fall war es so, dass Sina ihren Menschen eine kleine „Lektion“ erteilen wollte. Unsere Tiere sind nicht bösartig, aber manchmal möchten sie uns auf etwas aufmerksam machen und wählen dafür auch schon mal für uns unangenehme Wege.

Max wünschte sich in seinem Gespräch eine ganz spezielle Art der Aufmerksamkeit von Susanne, die er ab dann auch erhielt. Dann fing er an, Sinas Lieblingsplätze zu belegen. Susanne und Daniel wollte nicht eingreifen und das die Tiere untereinander regeln lassen.

Das war dann wohl zu viel für Sina, die eine eher starke Persönlichkeit ist und nach ihrem Gespräch gesagt hatte, dass sie in Zukunft ein bisschen netter zu Max sein wolle. Aber so hatte sie das sicher nicht gemeint :-) Hier spielte also eine latente Eifersucht seitens Sina eine Rolle. Auch so etwas kann (nicht "muss"!!!) letztendlich ein Grund sein, dass sich ein Tier für eine - für uns unschöne - Maßnahme entscheidet. Das kann auch einer der Gründe dafür gewesen sein, dass ich anfangs keinen tieferen Kontakt zu ihr aufbauen konnte. Wenn ein Tier nicht möchte, dann kann auch der Kommunikator nichts tun. Sie hat vermittelt – aber eben nur so viel, wie sie für nötig hielt.
 
Tiere bekommen mehr mit, als viele ihrer Menschen es für möglich halten - oder wie uns manchmal lieb ist :-) Vielleicht ist es also nicht verkehrt, immer mal wieder auf die eigenen Gedanken, die Wortwahl oder das Verhalten gegenüber unseren Tieren zu achten und sie untereinander gleich zu halten.